Timanfaya Nationalpark

Der Nationalpark auf Lanzarote stellt nicht nur eine Attraktion für Touristen dar, an zwei Universitäten wird das Phänomen das zwischen 1730 und 1736 auf Lanzarote entstanden bis ins letzte Detail untersucht.

Für uns, die seit vielen Jahren auf Lanzarote wohnen, ist der Besuch des Timanfaya Nationalparks auch immer wieder aufs Neue ein Erlebnis. Die Topografie, die Farben und die Kraft die dieser Teil Lanzarotes immer noch unter sich birgt sind beeindruckend.

Viele von uns rollen mit den Augen, wenn der Besuch wieder mal um einen Besuch im Timanfaya Nationalpark bittet – sitzen wir dann aber gemeinsam im Bus, der den Rundkurs durch die Lava Landschaft fährt, ist es wieder Mal eine visuelle Explosion von Farben und Formen.

Persönlich bin ich der Meinung hier den größten Kontrast zwischen dem einmaligen Blau des Himmels und den vielen dunklen Fassetten der Lava Landschaft zu erleben. 

Trockene Landwirtschaft auf Lanzarote

An den beiden Universitäten Las Palmas auf Gran Canaria und Uppsala in Schweden wird untersucht ob andere trockene Regionen in der Welt mit dem einzigartigen Phänomen Lanzarotes zu kultivieren sind. Der Vulkanausbruch Timanfaya hat vor rund 300 Jahren ein Viertel der Insel Lanzarote mit Asche und kleinen schwarzen Lavasteinen bedeckt.

Auf der Insel, die so trocken ist wie die Sahara Wüste, konnte mit der darauffolgenden trockenen Landwirtschaft die Bevölkerung verdoppelt werden. Die schwarzen Lavasteine, im spanischen als Picon bekannt, die im Timanfaya Nationalpark zum Teil bis zu fünf Meter dick die Insel bedecken, ermöglichen die Feuchtigkeit der Luft in den kühlen Nachtstunden für Pflanzen zu speichern. 

Kleine poröse Lavasteine speichern die Luftfeuchtigkeit

Durch diese, so genannte trockene Landwirtschaft, ist die Bevölkerung auf Lanzarote zwischen 1730 und 1770 von 5.000 auf 10.000 Menschen angewachsen. Bisher gibt es diese trockene Landwirtschaft nur auf Lanzarote – das Weinanbaugebiet La Gería wäre ohne die Schicht aus kleinen schwarzen Lavasteinen nie entstanden.

Die Forscher der Universität von Las Palmas auf Gran Canaria wollen zusammen mit Kollegen der Universität Uppsala in Schweden dieses System in andere trockene Regionen exportieren und sind sich dessen Erfolg ziemlich sicher. 

Strasse durch den unter Naturschutz stehenden Parque Nacional de Timanfaya

Auf Lanzarote regnet es im Jahr durchschnittlich 150 Liter pro m², ein Wert der vergleichbar mit den Niederschlagswerten in der Sahara ist. Das poröse Vulkangestein auf Lanzarote führt aber im Vergleich zur Oberflächenstruktur in der Sahara Wüste dazu, dass der Boden auf der Insel kultiviert werden kann. 

Geschwindigkeitskontrollen im Nationalpark

Hinweis: Die Zufahrtsstraßen zum Timanfaya Nationalpark sind in der Gemeinde Yaiza mit mehreren Geschwindigkeitskontrollen ausgestattet. Diese messen die Durchschnittsgeschwindigkeit an mehreren Stellen und fotografieren bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit kurz vor den Messstellen führt also nicht zum gewünschten Ergebnis, sondern zu einem Bußgeld.

Der Timanfaya Nationalpark ist täglich von 9.00 Uhr bis 17:45 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass erfolgt um 17:00 Uhr. Erwachsene: 10,00 Euro. 20% Rabatt ab 15:00 Uhr. Minderjährige: 5,00 Euro (7 – 12 Jahre) 20% Rabatt ab 15:00 Uhr. Erwachsene Bewohner der Kanareninseln: 8,00 Euro - Minderjährige Bewohner der Kanareninseln: 4,00 Euro - Bewohner von Lanzarote: 2,00 Euro

Link zu den Zentren für Kunst, Kultur und Tourismus (CACT)

Link zum Kaktusgarten bei Guatiza