Ausgangssperre bis 11. April

Ausgangssperre bis 11. April

Regierung und Opposition werden einer Verlängerung bis zum 11. April am Mittwoch zustimmen.

Am Mittwoch wird darüber im Parlament in Madrid abgestimmt. Das Ergebnis steht heute bereits fest.

Das Coronavirus breitet sich in Spanien deutlich schneller aus als in Italien. Gestern lag die Zahl der Infizierten bei 28.572 Personen, 3.646 Fälle mehr als noch am Samstag. 1.720 Patienten sind an Covid-19 gestorben, über 1.000 Tote alleine in der Region Madrid.

47 Millionen Spanier dürfen nur in berechtigten Ausnahmefällen, wie etwa zum Einkaufen, Arztbesuch oder um zu arbeiten, auf die Straße. Mehrere Regionalregierungen, darunter die von Katalonien, verlangen, dass die Einschränkungen noch verschärft werden. Sie wollen, dass alle Betriebe und Behörden, die nicht die unmittelbare Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten, für 14 Tage komplett schließen.

Die Polizei hat in der ersten Woche über 30.000 Bußgeldbescheide wegen Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen ausgestellt. 350 Menschen wurden sogar verhaftet. In Madrid wird zusätzlich zu den neun Nothospitälern in Hotels, in denen weniger schwere Fälle behandelt werden, von der Armee ein riesiges Notlazarett auf dem Messegelände errichtet, das vor kurzem noch den Klimagipfel COP beherbergte. Erst einmal sind es 1.300 Betten und 96 Intensivplätze. Doch es soll so schnell wie möglich auf 3.000 Betten ausgebaut werden.

Falls nötig, könne die Einheit für Notfälle der spanischen Streitkräfte auf 5.000 aufstocken, heißt es seitens der Behörden.

In Barcelona, mit bisher 191 Toten, werden drei Hotels zu Krankenhäusern umfunktioniert, und die Regierung des Baskenlands, mit bisher 97 Toten, arbeitet mit Hochdruck an einem Plan für zusätzliche Kapazitäten. Aktuell werden in Spanien 15.000 Personen täglich auf das Corona Virus getestet. Diese Zahl soll laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums in Madrid auf 80.000 täglich landesweit ausgeweitet werden.

Coronavirus Bilanz Kanaren - Auf den Kanarischen Inseln sind am Wochenende zwei weitere Patienten an Covid-19 gestorben. Die meisten Fälle von Infizierten verzeichnet weiter die Insel Teneriffa mit 31 neuen Patienten am Wochenende, gefolgt von Gran Canaria mit 12 Neuinfektionen. Insgesamt gibt es in der kanarischen Autonomie 414 Fälle des Corona Virus, neun Patienten haben Covid-19 nicht überlebt.

Reisebeschränkung Spanien - In Spanien gilt neben der Ausgangssperre seit heute Nacht auch eine Reisebeschränkung. Häfen und Airports sind grundsätzlich geschlossen – nur noch in Ausnahmefällen können Passagiere einreisen: ausgenommen davon sind Warenlieferungen grundsätzlich, außerdem Reisen wegen beruflicher Tätigkeit, Sanitätspersonal uneingeschränkt. Wegen der Pflege oder Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen gibt es innerhalb Spaniens keinerlei Reisebeschränkung.

Ausnahmen sind die beiden Exklaven Ceuta und Melilla. In beiden Autonomien sind die Grenzen nach Marokko komplett dicht. Sowohl für den Personenverkehr, als auch für den Luftverkehr. Ausnahmen gibt es für europäische Residenten mit festem Wohnsitz in einer der beiden Autonomien und spanische Staatsbürger.

Coronavirus Hotline - 270.000 Mal ist die neue Infohotline zum Thema Corona Virus auf den Kanarischen Inseln in 11 Tagen gewählt worden. Das entspricht rund 24.545 Anrufern pro Tag. Um die Notruf-Hotline 112 zu entlasten, hat die Regionalregierung eine Corona-Hotline unter der Nummer 900 112 061 eingerichtet.

Sturmwarnung – Für die kanarische Autonomie gilt aktuell eine Sturmwarnung. Der spanische Wetterdienst hat gestern Abend Alarmstufe Gelb für alle acht Inseln ausgegeben. Es wird mit Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde gerechnet. Besonders betroffen sind Teneriffa und Gran Canaria. Auch auf La Palma, La Gomera und El Hierro liegt die Windgeschwindigkeit im Sturmbereich, hier werden bis zu 80 km/h erreicht. Auf allen Inseln kann es bis zu 25 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in den kommenden 24 Stunden geben. An den Küstenabschnitten des Archipels wird mit bis zu fünf Metern Wellen gerechnet. Die aktuelle Sturm- und Regenwarnung gilt bis mindestens bis morgen Abend.

Gewinner in der Krise – In jeder Krise gibt es Unternehmen die von der Situation profitieren. Neben den Herstellern von Sanitätsprodukten sind das auf den Kanarischen Inseln aktuell vor allem Lieferdienste für Fast Food.

Uber Eats, Glovo oder JustEat haben alle Hände voll zu tun, um die stark gestiegene Zahl der Neukunden zufriedenzustellen. Bei der Übergabe der Mahlzeiten spielen sich allerdings außergewöhnliche Szenen ab. Diese reichen von Seilen aus höheren Stockwerken, um das Essen hochzuziehen, bis hin zu anonymen Übergaben auf dem Teppich-Vorleger vor der Eingangstür.

Wegen der Ausgangssperre bleiben alle Bars, Kaffees und Restaurants geschlossen.

Die Tageszeitung EL ESPAÑOL hat bei allen Supermärkten mit Online Service eine Bestellung über 30 Euro aufgegeben, darunter auch Alcampo, Carrefour, El Corte Ingles oder Amazon, die für frische Produktlieferungen während der Ausgangssperre werben. Das Ergebnis ist ernüchternd: bis zu 10 Tage müssen Kunden wegen des hohen Bestellaufkommens auf ihre Lieferung warten.

Rückflüge nach Deutschland möglich - Es gibt weiterhin buchbare Rückflüge nach Deutschland. Die von der Regierung verhängten Reisebeschränkungen gelten nicht für die Ausreise aus Spanien. Gebucht werden kann auf der Webseite von Eurowings und Condor kurzfristig.

Der Flugbetrieb auf den kanarischen Flughäfen ist nicht eingestellt, sondern lediglich eingeschränkt.

Die Fluggesellschaften aktualisieren regelmäßig die noch verfügbaren Rückflüge für die kommenden 72 Stunden. Sowohl von Lanzarote, Fuerteventura als auch von Gran Canaria besteht die Möglichkeit in den kommenden drei Tagen nach Deutschland zurück zu fliegen. Rückreisen auf die Kanarischen Inseln sind nur noch für Residenten mit festem Wohnsitz in der kanarischen Autonomie möglich.

Wegen der enorm hohen Zahl von Anrufern, haben die Fluggesellschaften die Zahl der Mitarbeiter bei den Service Hotlines aufgestockt. Trotzdem beträgt die Wartezeit mehr als 60 Minuten. Die Fluggesellschaft TUI z.B. empfiehlt für kurzfristig buchbar Flüge eine E-Mail zu schreiben und bereits im Betreff Abflug- und Zielort sowie Datum und Uhrzeit anzugeben, damit diese Mails vorrangig bearbeitet werden können.

Auf der Webseite von TUI sind aktuell keine Flüge mehr buchbar, obwohl TUI weiterhin deutsche Urlauber nach Hause fliegt. Auf den Webseiten von EuroWings und Condor besteht bis heute weiterhin die Möglichkeit zu buchen.

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