Das Dilemma der Phasen

Das Dilemma der Phasen

Touristen werden in Spanien wohl erst wieder Ende Juni ihren Urlaub verbringen können.

Die Regierung in Madrid hat sich dazu gestern geäußert. Verkehrsminister Ábalos sagte gestern, es sei nicht zu erklären Touristen die Einreise zu erlauben, während wir den eigenen Bürgern die Reise zwischen den Provinzen untersagen.

Spanien befindet sich in einer schrittweisen Lockerung der Kontaktsperre, den Notstand will die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez aber um einen weitern Monat bis Ende Juni verlängern. Erst in Phase 3 sind dann wieder Reisen zwischen den Provinzen vorgesehen, also Ende Juni.

Innerhalb der Provinzen gibt es in Sachen Lockerungen wegen der unterschiedlichen Infektionszahlen Unterschiede bei den Phasen der Lockerungen. Madrid und Barcelona befinden sich weiterhin in Phase 0, auf den Kanarischen Inseln oder auf den Balearen befinden sich einige Inseln noch in Phase 1 andere bereits in Phase 2.

Auch auf Lanzarote und Fuerteventura können internationale Flüge abgefertigt werden. Diese Meldung kommt von der Zentralregierung und ist seit gestern im Boletin Oficial de España veröffentlicht. Damit gibt es heute insgesamt 13 Flughäfen in Spanien die die sanitären Voraussetzungen erfüllen um Flüge aus dem Ausland abzufertigen.

Auf den Kanarischen Inseln sind es neben Lanzarote und Fuerteventura auch Gran Canaria und Teneriffa Süd, die diese Anforderungen erfüllen. Die Regionalregierung versucht in Gesprächen mit Madrid eine vorgezogene Lösung für den Tourismus auf den Kanaren zu erzielen. Also Touristen aus dem europäischen Ausland bereits vor Ende Juni einen Urlaub auf den Kanaren zu ermöglichen.

Die Forderung nach Phase 2 – Die Regionalregierung fordert für alle Inseln der Kanaren Phase 2 so schnell wie möglich. Seit gestern gilt diese Stufe der Lockerungen innerhalb der Kontaktsperre für La Graciosa, La Gomera und El Hierro. Alle anderen Inseln befinden sich weiterhin in Phase 1.

Gestern hat die Regionalregierung die aktuellen Infektionszahlen veröffentlicht: 59 Personen werden wegen Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 14 davon auf Intensivstationen. Aktive Fälle von Corona gibt es im Moment auf den Kanaren noch rund 700. In den letzten sieben Tagen gab es auf den Kanarischen Inseln lediglich 34 Neuinfizierte.

Phase 2 bietet für die Bürger der Region deutlich mehr Freiheiten und für Gastronomen und Einzelhändler wieder mehr Möglichkeiten zur Normalität zurückzukehren.

Zahl der Versicherten sinkt weiter – Innerhalb des Alarmzustands hat sich die Zahl der gesetzlich Versicherten seit Beginn stetig reduziert.

Am Beispiel von Lanzarote zeigt sich zwischen Februar und April ein Rückgang von knapp 20%. 58.000 Personen waren Anfang des Jahres auf Lanzarote bei der Sozialversicherung gemeldet, Ende April waren es nur noch 51.000 Versicherte.

Vor allem Angestellte und Selbststände aus den Wirtschaftssektoren Tourismus, Hotellerie und Gastronomie haben sich in den letzten Wochen bei der Sozialversicherung abgemeldet und sind seitdem arbeitslos. In dieses Ergebnis fließen nicht die Mitglieder der Sozialversicherung mit ein die Kurzarbeit angemeldet haben, in Spanien ERTE genannt.

Grundeinkommen für finanzschwache Haushalte – Über ein grundsätzliches Grundeinkommen für bedürftige Haushalte will Madrid noch in diesem Monat abstimmen. Das hat der Minister für Integration, Sozialversicherung und Migration, Jose Luis Escriva gestern angekündigt.

Bereits kurz nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes sollen rund 100.000 finanzschwache Haushalte in den Genuss von 450€ bis 1.000€ monatlich kommen. Längerfristig rechnet die Zentralregierung in Madrid mit bis zu einer Million Haushalten die das Grundeinkommen beantragen.

Auf das Grundeinkommen hat sich die Regierung bereits bei Koalitionsgesprächen vor Monaten verständigt. Die Corona-Krise hat die Verwirklichung jetzt beschleunigt. Die Regierung rechnet mit der Einführung nicht nur mit abgemilderten Folgen der Krise in finanzschwachen Haushalten, sondern auch mit einer „Konjunkturspritze“ für die Wirtschaft. Diese neue Sozialleistung soll den spanischen Staat rund 3,5 Milliarden Euro pro Jahr kosten.

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