Madrid verlängert Alarmzustand

Madrid verlängert Alarmzustand

Die Regierung in Madrid hat den Alarmzustand für Spanien ein weiteres Mal verlängert.

Das ist die Headline zu dieser Meldung und es war zu erwarten. Spannender ist, was politisch hinter der Verlängerung des Alarmzustands passiert ist, die der Zentralregierung in Madrid weitere 14 Tage enorme Entscheidungsgewalt über die Autonomierechte der Provinzen hinweg einräumt.

Nur mit großer Mühe konnte sich Ministerpräsident Pedro Sanchez nach stundenlangen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen die Mehrheit der Stimmen im Parlament sichern. Vorgeworfen worden ist Pedro Sanchez von verschiedenen Seiten mehrfach fehlende Kommunikation, die Opposition hatte Begriffe wie „Cäsar“ oder „absoluter Herrscher“ verwendet.

Der anfangs da gewesene Konsens im spanischen Parlament ist dahin.

Den nach Unabhängigkeit strebenden Basken und Katalanen ist die durch den Alarmzustand ermöglichte Alleinherrschaft Madrids sowieso ein Dorn im Auge. Wenn es dann auch noch kaum Kommunikation beim Krisenmanagement mit den Vertretern der Provinzen gibt, schalten die Vertreter der kleineren Parteien, auf dessen Stimmen Sanchez angewiesen ist, auf Protest. Selbst wenn sie die Maßnahmen grundsätzlich nicht ablehnen.

Ein Beispiel wie die Zentralregierung in Madrid aktuell Entscheidungen fällt, macht das Bild noch deutlicher: Sanchez informiert die spanische Bevölkerung immer bereits am Samstag per Videoschalte, mit den Ministerpräsidenten der Autonomien konferiert Sanchez immer sonntags, einen Tag nach den zentral gefällten Entscheidungen.

25% mehr Arbeitslose – Die beiden Inseln Lanzarote und Fuerteventura sind am stärksten von Arbeitslosigkeit in der Corona Pandemie betroffen.

Nach den langsamen Lockerungen des Alarmzustands und der abflauenden Angst vor einem Virus der die ganze Welt in Atem hält, wird das wirtschaftliche und soziale Ausmaß der Folgen immer deutlicher.

Innerhalb von einem Monat sind auf Lanzarote 25% mehr Menschen ohne Job. In dieser Woche sind beim Arbeitsamt in Arrecife 16.000 Erwerbsfähige auf Jobsuche gemeldet.

Die Personen, die in Kurzarbeit stehen sind in dieses Ergebnis nicht mit eingerechnet.

Auf Fuerteventura ist die Zahl um 21,5% gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen ist auf allen Inseln des Archipels gestiegen, Lanzarote und Fuerteventura sind aber am stärksten betroffen. Auf Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera liegt der Anstieg bei 11%, auf El Hierro um 8% und auf La Palma ist die Arbeitslosigkeit um 6% gestiegen.

Beamte arbeiten ab dem 25. Mai wieder – Gemeinsam mit Madrid nehmen auf den Kanarischen Inseln Beamte wieder am 25. Mai ihre Tätigkeiten auf. Behördengänge sollen ab diesem Datum wieder vor dem Lockdown möglich sein unter Beachtung der Hygienevorschriften.

Auch hier sind Termine für Bürger im Gespräch, entschieden ist dazu noch nichts.

Vorstellbar sind bei Behördengängen eine ähnliche Vorgehensweise wie bei Einzelhändlern und Friseuren, bei denen Kunden feste Zeiten erhalten, wann die Lokale aufgesucht werden können, um die maximale Kundenzahl innerhalb des Lokals zu beschränken.

40% mehr lokale Produkte bei Lidl – Der Supermarktdiscounter Lidl sorg mit einer neuen Kampagne für mehr Unterstützung bei kanarischen Landwirten und Herstellern. 40% mehr Produkte aus kanarischer Herstellung werden in den Lidl Filialen auf dem Archipel seit dieser Woche angeboten.

Darunter Milch und Käse, Fleisch, Fisch, Früchte und Gemüse, Wein und Erfrischungsgetränke. Zu finden sind Marken wie Kalise, Sandra, San Mateo, Sada, Jucarne oder Vara del Rey.

Die Weine der kanarischen Bodegas erhalten einen eigenen Platz in den Weinregalen bei Lidl. Seit 2010 sorgt der Supermarktdiscounter auch für den Export kanarischer Lebensmittelprodukte – Mojo, Käse oder Pizza von kanarischen Produzenten finden Abnehmer in Madrid, Barcelona oder Valencia.

Kreuzfahrtbesatzungen gerettet – 600 Besatzungsmitglieder von Kreuzfahrtschiffen sind von ihrer Reederei gestern abgeholt worden, nachdem sie über Wochen hinweg im Hafen La Luz in Las Palmas auf Gran Canaria und im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa festgesessen haben.

1.200 Besatzungsmitglieder sind bereits vor Tagen von AidaCruises mit einem eigens dafür vorgesehenen Kreuzfahrtschiff abgeholt worden.

Auch die Rückholaktion gestern ist mit einem Kreuzfahrtriesen durchgeführt worden. Gestern haben sich 600 Mitarbeiter, der Großteil stammt aus Asien, mit Ziel Hamburg auf der AidaPerla eingeschifft. Von dort sollen die für AidaCruises tätig gewesenen Mitarbeiter in ihre Heimatländer geflogen werden.

In La Luz verbleiben drei Kreuzfahrtriesen von AidaCruises bis auf weiteres im Hafen.

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