Wogen geglättet

Wogen geglättet

Der Besuch des Ministers für Migration, José Luis Escrivá, auf den Kanarischen Inseln hat die Luft aus einem sich anbahnenden Konflikt genommen.

Nachdem von den Balearen 120 Flüchtlinge aufs Festland verlegt werden sollen, reagierte die Regionalregierung der Kanaren mit Unverständnis. Gestern war die Gesprächsrunde in Las Palmas auf Gran Canaria aber konstruktiv.

Verlegt in andere spanische Regionen werden aber auch in den kommenden Wochen keine Flüchtlinge von den Kanarischen Inseln. Es fehlen Unterbringungsmöglichkeiten.

Auf den Kanarischen Inseln sind aktuell rund 2.000 Menschen vom afrikanischen Kontinent in leerstehenden Hotels untergebracht. Die Kaserne bei La Laguna auf Teneriffa soll kurzfristig zu einer Flüchtlingsunterkunft umgewandelt werden. Die Rede ist von rund 1.000 weiteren Flüchtlingsplätzen.

Kritik an dem Besuch des Ministers für Migration äußerten gestern die Bürgermeister der Gemeinden San Bartolome de Tirajana und Mogán auf Gran Canaria. Escrivá hat für die am stärksten von der Flüchtlingswelle betroffenen Regionen rund um Arguineguin keinen Besuch eingeplant. Hunderte Flüchtlinge sind dort im Hafen seit Wochen in Zelten untergebracht.

Kein Licht am Ende des Tunnels – Heute beginnt das Brückenwochenende „Pilar“. In den letzten Jahren waren am „Punte de Pilar“ alle Hotels auf den Kanarischen Inseln ausgebucht, die Auslastung lag bei 95%.

Aber in Zeiten von Covid und Corona ist gerade im Tourismussektor nichts normal.

Geöffnet haben auf dem Archipel 15% der Urlaubsunterkünfte. Die Auslastung beträgt in diesen zum Brückenwochenende gerade mal 35%. In der Hauptsache sind es Canarios selbst die am langen Wochenende im Oktober einen Kurzurlaub gebucht haben – auch wegen Angeboten und Preisen die so günstig sind wie noch nie.

Einen weiteren Rückschlag für das Brückenwochenende musste der Tourismusbereich hinnehmen, nachdem wegen hoher Infektionszahlen Madrid nahezu abgeriegelt worden ist. Für Festlandspanier war das Brückenwochenende immer eine attraktive Möglichkeit in den kühleren Herbsttagen nochmal Sonne zu tanken.

Hoffnung für die Wintersaison gibt es aber weiterhin unter den Hotelbetreibern. Nach und nach nehmen Länder in Europa die kanarische Region wieder aus der Liste der Risikogebiete, aus Belgien und Polen verbringen bereits Urlauber eine Auszeit auf den Kanaren.

Krankenhauspersonal mit Corona infiziert – In drei der vier größten Krankenhäuser auf den Kanarischen Inseln haben sich Mitarbeiter mit dem Corona-Virus angesteckt.

Am stärksten betroffen ist das Hospital Insular in Las Palmas auf Gran Canaria mit 105 Infizierten. Im Krankenhaus Doctor Negrín sind vier Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Im Hospital La Candelaria auf Teneriffa gibt es unter den Angestellten 23 Infizierte.

Damit stehen drei der vier großen Krankenhäuser in der kanarischen Provinz teilweise unter Quarantäne.

Insgesamt 131 Krankenhausangestellte sind mit dem Virus infiziert, auf verschiedenen Stationen. Stand heute werden auf den Kanarischen Inseln 278 Personen wegen Covid stationär behandelt, davon 65 auf Intensivstationen.

Drei Flüchtlingsboote auf Lanzarote – Bei Arrieta und La Santa auf Lanzarote sind heute Morgen zwei Pateras mit Flüchtlingen aus Afrika angekommen. Ein drittes Flüchtlingsboot hat Arrecife erreicht.

Insgesamt sind 33 Flüchtlinge von Mitarbeitern des Roten Kreuzes erstversorgt worden.

Die Boote sollen bei Agadir in Marokko Kurs auf die Kanarischen Inseln genommen haben. Unter den Flüchtlingen befinden ausschließlich Männer. Pressemeldungen zufolge sollen die Boote zwei Tage auf dem Meer unterwegs gewesen sein. Alle Flüchtlinge befinden sich in einem guten gesundheitlichen Zustand.

Karneval gestrichen – Die Stadt Santa Cruz auf Teneriffa hat den Karneval 2021 bereits gestern storniert. Die aktuelle Situation mit Blick auf die kommenden sechs Monate lässt keine Straßenumzüge zu, so der Bürgermeister der Stadt Santa Cruz de Teneriffe gestern.

Seit 1961 wird der Karneval in der Inselhauptstadt Teneriffas zelebriert und gehört nach Rio de Janeiro in Brasilien zu einem der größten Karnevals der Welt.

Die Entscheidung ist früh gefällt worden. Ein ganzer Wirtschaftsbereich ist seit Jahrzehnten von den 14-tägigen Veranstaltungen abhängig, auch kulturell hat der Karneval auf Teneriffa einen hohen Stellenwert. Das Rathaus will in den kommenden Wochen finanzielle Hilfen anbieten und setzt auf 2022 – dann soll der Karneval auf Teneriffa wieder stattfinden.

 

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